Warum Rechte statt Almosen?
Viele Menschen mit Behinderungen hatten keine Arbeit.
Sie waren oft arm.
Die Familie oder andere gaben ihnen kleine Unterstützung.
Kleine Unterstützungen heißen Almosen.
Siegfried Braun war wichtig.
Er hat eine neue und moderne Meinung gehabt.
Er denkt: Das Problem für Menschen mit Behinderungen ist nicht ihr Körper.
Das Problem ist: Menschen mit Behinderungen haben keine Rechte.
Sie haben kein Recht auf Schule, Arbeit und Hilfe.
Siegfried Braun sagt, dass man das ändern muss.

Siegfried Braun arbeitete als Erzieher.
Erzieher helfen Kindern beim Lernen und Spielen.
Siegfried Braun arbeitete in der Schule von František Bakule.
Kinder lernen gemeinsam und sind selbstständig.
František Bakule hatte einen Kinderchor.
Ein Kinderchor ist eine Gruppe von Kindern, die zusammen singen.
Die Ursache war für die Hilfe wichtig.
Zum Beispiel bekommen die Männer Hilfe, die im Krieg verletzt wurden.
Oder bei der Arbeit.
Siegfried Braun sagt: Alle Menschen mit Behinderung sollen die gleichen Rechte bekommen.
Es soll egal sein, woher die Beeinträchtigungen kommen.
Menschen mit Behinderungen mussten in besonderen Häusern leben.
Diese Häuser heißen Siechenhaus oder Versorgungshaus.
Das Leben dort war sehr streng.
Viele Menschen mussten betteln.
Braun fand diese Art von Hilfe nicht gut.
Er sagte: Diese Hilfe schließt Menschen mit Behinderungen aus.
Sie fühlen sich nicht wertvoll.
Braun hat sich mit vielen Menschen mit Behinderungen getroffen.
Sie haben die Gruppe „Krüppelbewegung“ genannt.
Krüppel ist ein altes Wort für Menschen mit einer Behinderung.
Das Wort wurde früher oft als Schimpfwort benutzt.
Die Menschen wollten das Wort zurücknehmen und stolz auf sich sein.
Sie wollten gemeinsam stark sein.
Die Menschen in der Gruppe haben ihre Erfahrungen geteilt.

Am 20. Mai 2026 wurde ein Erinnerungsstein in Wien verlegt.
Der Stein liegt in der Wickenburggasse 15.
Das ist im 8. Bezirk von Wien.
Dort war früher die Erste österreichische Krüppelarbeitsgemeinschaft.
Zur Zeit der Nationalsozialisten wurden viele Menschen verfolgt.
Der Stein erinnert an Siegfried Braun.
Er wurde verfolgt und ermordet.
Siegfried Braun wurde im Jahr 1893 geboren.
Als Siegfried Braun 12 Jahre alt war, wurde er krank.
Seine Arme und Beine konnte er nicht gut bewegen.
Er nutzte einen Rollstuhl.
Im Alltag brauchte er Hilfe von anderen Menschen.
Obwohl Siegfried Braun arbeitete, hatte er wenig Geld.
Er arbeitete als Erzieher.
Er arbeitete als Sozialarbeiter.
Siegfried Braun brachte behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammen.
Er reiste sogar nach Norwegen und traf Menschen mit Behinderungen.
In der Nazi-Zeit wurde Siegfried Braun nach Theresienstadt gebracht.
Das war ein großes Gefängnis für Juden.
Siegfried Braun war jüdisch.
Auch in Gefangenschaft half Siegfried Braun anderen Menschen.
Im Jahr 1944 wurde Siegfried Braun nach Auschwitz gebracht.
Auschwitz war ein Konzentrationslager, wo viele Menschen getötet wurden.
Dort wurde Siegfried Braun ermordet.

Es wurde Anfang 1930er Jahre aufgenommen.
Siegfried Braun lebte in den 1930er Jahren meistens in Tschechien.
Im Jahr 1933 arbeitete Siegfried Braun in Deutschland.
Er arbeitete dort für den Reichsbund der Körperbehinderten.
Das ist ein deutscher Verein für Menschen mit Behinderungen.
Im Jahr 1933 kam Adolf Hitler an die Macht.
Hitler und seine Leute dachten, Siegfried Braun ist gegen ihn.
Siegfried Braun schrieb:
Siegfried Braun in Illustrierte Kronen-Zeitung, 6. 12. 1925, Seite 11
“Aufruf! Körperbeschädigte, die Ihr von Geburt und Krankheit oder Unfall Krüppel geworden seid, erwachet! […] In Eurem eigenen Interesse rufen wir euch zu: Vereinigt euch!“

Siegfried Braun ist rechts vorne im Rollstuhl.
Er traf sich in Norwegen mit Menschen aus der Behindertenbewegung.
Links neben Siegfried Braun ist Toralf Sandvik im Rollstuhl.
Er ist in Norwegen bekannt.
Norwegen hat eine gute Meinung von Menschen mit Behinderungen.
Nächstes Kapitel:
Die Mittel: Emanzipation und Selbsthilfe