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DIE BEHINDERTEN-­BEWEGUNG IN DER NACHKRIEGS­ZEIT

Menschen mit Behinderungen nannten sich früher „Krüppel“.
Das Wort „Krüppel“ ist ein schweres Wort.
Sie wollten mit dem Wort zeigen:
Menschen mit Behinderungen werden oft schlecht behandelt.
Viele Menschen behandeln Menschen mit Behinderungen unfair.
Das Wort sollte die Aufmerksamkeit auf das Problem lenken.
Aber das haben nicht alle verstanden.
Sie fanden das Wort verletzend.
Schon vor langer Zeit wollten manche das Wort nicht benutzen.

Das Bild zeigt den Mitgliedsausweis von Wilfried Kobras auf grünem Papier.
Das Dokument gehört Baca, Schuster und Beck.

Wilfried Kobras war 33 Jahre alt, als er der Krüppelrbeitsgemeinschaft beitrat.
Er kannte die Frauen und Männer, die den Verein gründeten, persönlich.

Am 1. August 1945 gab es die Erste österreichische Krüppelarbeitsgemeinschaft wieder.
Diese Gruppe hieß jetzt: Verband der Körperbehinderten Österreichs.
Körperbehindert bedeutet: Ein Mensch hat eine körperliche Behinderung. Zum Beispiel kann man schlecht gehen oder sich schlecht bewegen.
Der Name des Vereins wurde besser.
Der Verein hatte in der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg viele gute Sachen geschafft.
Aber nach dem Zweiten Weltkrieg waren diese Erfolge schwer zu wiederholen.
Der Verein schaffte es nicht mehr, so erfolgreich zu sein wie früher.

In der Organisation gab es Streit.
Manche Personen haben Geld falsch benutzt.
Deshalb hat die Behörde die Organisation im Jahr 1952 beendet.
Zehn Jahre später haben sich kleine Gruppen zusammengeschlossen.
Diese Gruppen kamen aus Wien und aus Oberösterreich.
Sie haben einen neuen Verein gegründet.
Der neue Verein heißt: Österreichischer Zivil-Invaliden-Verband.

Das Bild zeigt eine Zeichnung. <br/>Die Zeichnung zeigt arme und hilflose Menschen mit körperlichen Behinderungen.<br/>Darauf steht: "Sie helfen 90.000 Krüppeln und bringen Sonne in das traurige Dasein dieser Ärmsten der Armen!"
Das Bild zeigt einen Aufruf für Spenden aus dem Jahr 1948.
Das Dokument gehört Baca, Schuster und Beck.
Der Verband der Körperbehinderten hat Menschen mit körperlichen Behinderungen arm und hilflos gezeigt.
Er wollte, dass andere Menschen Mitleid haben und auf diese Weise Geld bekommen.

In der österreichischen Diktatur wurde die Selbstvertretung geschwächt.
Im Verein bestimmte eine Gruppe von Menschen ohne Behinderungen.
Die Nationalsozialisten herrschten in Österreich von 1938 bis 1945.
Viele Menschen mit Behinderungen haben das getan, was die Nazis wollten.
Sie haben keinen Widerstand gezeigt.

Nach 1945 blieben viele Gesetze aus der Zeit der Nationalsozialisten in Kraft.
Ab den 1960er Jahren gab es neue Gesetze.
Die Bundesländer machten neue Gesetze für die Hilfe für Menschen mit Behinderungen.
Im Jahr 1988 gab es ein neues Gesetz.
Das Gesetz heißt Behinderteneinstellungsgesetz.
Das Gesetz sichert Rechte für Menschen mit Behinderungen bei der Arbeit.
Es galt nun auch für Menschen, die durch einen Unfall oder durch eine Krankheit eine Behinderung bekommen haben.

Die Behinderten-Bewegung setzte sich schon früh für wichtige Themen ein.
Sie hatten ähnliche Ziele wie die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung.
Die Selbstbestimmt-Leben-Bewegung begann in den 1960er Jahren.
Die Bewegung hatte drei wichtige Wünsche:
Menschen mit Behinderungen sollen überall dabei sein können.
Sie sollen die gleichen Rechte wie andere Menschen haben.
Sie sollen als Menschen anerkannt werden.
Dafür braucht es gleiche Rechte und weniger Hindernisse.
Das sind zum Beispiel Treppen ohne Rampen oder schwere Sprache.